Helen Schneider

Helen Schneider - Dream A Little Dream

Line-up: 
Helen Schneider (voc)
Jo Ambros (git)
Obi Jenne (dr)
Mini Schulz (b)

Video Sample:

Was unsere Träume anregt, können wir nur erahnen. Sicher ist, dass wir durchs Träumen besser, schöner und sinnlicher leben. Vor allem wenn wir, wie es der Volksmund will, unsere Träume leben statt nur vom Leben zu träumen.

Helen Schneider, kickende "žRock'n'Roll Gypsy", dann "žCabaret"-Star an der Seite von Hildegard Knef, Schauspielerin und Sängerin aus Leidenschaft und eine der markantesten Stimmen unserer Zeit, präsentiert sich auf ihrem neuen Album gleichzeitig als Träumerin und Traumobjekt. Auf "žDream A Little Dream" widmet sie sich die DIVA-Award-Preisträgerin 2006, gemeinsam mit ihren Produzenten Till Brönner und Christian von Kaphengst und einer intimen Auswahl treuer Jazzbegleiter, den Schätzen des "žGreat American Songbook". Ihr "žFlüster-Album", wie sie es lächelnd nennt, verführt den Zuhörer zu einer nächtlich-amourösen Songreise, entführt in eine wohlbekannte, aber taufrische Traumwelt. Die sagenhafte Sängerin – mal Unschuldslamm, öfter Femme Fatale – schwelgt in Cole Porters eindeutigen Doppeldeutigkeiten, in Kurt Weills hintergründigen Sehnsüchten und in allerhand Sinnlichkeit und Sentimentalität, die auch schon Ella Fitzgerald, den Platters oder den Mamas & Papas gut zur Stimme stand. Wer die Songs kennt, wird in diesen kunstvoll gelebten und wertvoll erlebten Versionen neue Nuancen, schöne Zugaben und manchmal auch ein "žAha"-Erlebnis spüren. Hört man "žWhere Or When" oder "žIn My Solitude" hier zum ersten Mal, könnte die Initiation kaum besser sein: Das kleine Jazzalbum dieser kolossalen Interpretin ist zweifellos ein Traum – und in Wahrheit ganz groß.

"žMein letztes Album "žLike A Woman" war schon sehr autobiographisch", erklärt Helen Schneider. "žAls Till Brönner mir jetzt vorgeschlagen hat, ein Album zu machen, das zwar modern ist, aber gleichzeitig auch voller Nostalgie, kam mir das gerade recht. Mit diesem Projekt öffne ich eine ganz andere, viel tiefere Schublade meiner Biographie." Als angehender Teenager, Anfang der 60er Jahre in Brooklyn, New York, übte sich die Tochter eines "žWissenschaftlers und seiner sehr musikalischen Gattin" als Konzertpianistin. Nebenbei und zur Entspannung vom Klavier sang sie die Lieblingslieder ihrer Mutter, also die Jazzstandards und Musicalhits aus deren Jugend. Nach der Schule stand ein Stipendium für "ždie Juilliard" an, eine der renommiertesten Musikhochschulen der westlichen Welt. Doch genau davor rannte Helen Schneider weg, mit einer Bande von "žFreaks", weit weg – in die Berge von Massachusetts und zu Hardrock und Blues. "žMit fünfzehn war es mein Lebensziel, arm und schwarz zu sein", meint sie lächelnd. "žArm zu sein, war einfach." Doch selbst damals verlor sie die Musik ihrer Mutter nicht ganz aus dem Kopf, wenn sie in irgendwelchen Bars vier Sets pro Abend sang, sieben Abende die Woche – für 150 Dollar, die Woche, geteilt durch sechs bis acht Musiker. Und sicher auch nicht, als sie später in Musicals wie "žCabaret" oder "žSunset Boulevard", in ihrer One-Woman-Show "žA Voice And A Piano" oder an der Seite von Udo Lindenberg, Andrea Bocelli oder Bob Brookmeyer gesungen hat. "žViele dieser Songs begleiten mich wirklich schon, seit ich elf oder zwölf bin", gibt sie zu. "žUnd dann kamen im Laufe der Produktion von vielen Seiten neue dazu. Ich liebe es, wenn sich ein Projekt organisch entwickelt, wenn die Dinge einfach so geschehen, wie sie geschehen sollen. Und ich glaube fest an Teamwork." Das Team von "žDream A Little Dream" ist tatsächlich ausgezeichnet und, ohne Ãœbertreibung, in jeder Beziehung traumhaft. Till Brönner hat Helen Schneider erst im letzten Jahr bei einer Benefizveranstaltung kennen gelernt, in ihrer neuen Wahlheimat Berlin. (Sie eine "žAmerikaner in Berlin" zu nennen, wäre unpassend. "žEuropäerin aus New York" passt da schon besser.) Brönner hat sich nicht nur durch die eigenen Alben als Trompeter und Sänger, sondern vor allem auch als Produzent für Ikonen wie Thomas Quasthoff, Hildegard Knef oder Mark Murphy einen Namen gemacht. Ãœber die Zusammenarbeit mit Helen Schneider schwärmt er: "žHelen Schneider hat ein ganz eigenes Timing, sie betont anders, legt Schwerpunkte sehr eigen. Und man tut gut daran, ihr zu vertrauen in der Hinsicht, denn dabei kommt am Ende immer etwas heraus was sich lohnt und was eben auch ihren Unverwechselbarkeitsfaktor ausmacht."

Die Idee des Albums beschreibt der ausführende Produzent, der Bassist Christian von Kaphengst, so: "žWir wollten Helen, die ja schon früher Songs von Kurt Weill, Cole Porter oder den Gershwins gesungen hat, jetzt in einem echten Jazzsound präsentieren – nicht Barjazz und auch nicht Avantgarde – aber eindeutig Jazz." Das beeindruckende Ergebnis ist "žDream A Little Dream Of Me", eine sehr gefühlvolle, intime Produktion – mit fabelhaften Jazzrhythmen zwischen Swing und Bossa Nova, mit meisterlichen Bläserarrangements vom Produzenten, mit eleganten Pianoeinlagen von Frank Chastenier oder Christoph Adams, mit grandiosen Gitarrenriffs von Torsten Goods, Daniel Stelter und Jo Ambros, mit dem Saxophon von Felix Wahnschaffe und der Querflöte von Gregoire Peters, dazu Peter Lübke am Schlagzeug, Rolo Rodriguez an Percussion und Christian von Kaphengst am Bass. Ãœber allem schwebt und träumt diese einzigartige, in all ihrer Zartheit kräftige Stimme von Helen Schneider, so sinnlich und innig wie nie zuvor. "žDream A Little Dream" ist ein Traumalbum, das man mit dem größten Vergnügen hört – immer wieder und ständig neu.